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Nachrichten > Kultur und Bildung

Stars der Kammermusik - Schola-Abschlusskonzert am 8. September


(Fotos: Förderverein Klosterkirche)

(bro) (hqu) Auch am 25. August standen wieder junge Künstlerinnen aus der Region auf dem Programm. Während im "AusKlang" der Woche zuvor ein Jazz-Duo seine Premiere hatte, wurden bei der Ankündigung „Hirschhorner Klaviertrio“ schon bekannte regionale Stars der Kammermusik erwartet. Ein Blick auf das Programm ließ neben dem lettischen Komponisten unserer Zeit Peteris Vasks sowie der spätromantischen Französin Mel Bonis natürlich den Namen Johann Sebastian Bach in die Augen blitzen. Und so begrüßte Roland Ziegler, der Vorsitzende des Fördervereins das Publikum in der vollen Klosterkirche Hirschhorn wieder pünktlich um 20.44 Uhr.

Der Stolz auf die hier groß gewordenen Künstlerinnen war dem Vorsitzenden deutlich anzumerken. Theresa Lechner bewies zunächst als Soloviolinistin, dass sie sehr wohl auch mit sich selbst allein konzertieren kann. Die zweistimmigen oder tieferen Passagen in der Chaconne aus Bachs 2. Partita in d-Moll BWV 1004 wechselten sich mit den – von Theresa Lechner sehr zart und gefühlvoll interpretierten – hohen Melodien ab, sodass man eigentlich drei verschiedene Stimmen im Dialog hören konnte. Im Lauf des Stücks verlangt Bach immer mehr Virtuosität, was Theresa Lechner mit Bravour meisterte. Und doch fehlte es ihrem Vortrag nie an Affektreichtum. Die gekonnte Abwechslung im Ton zwischen lieblichen und feurigen Klängen, zwischen ruhigen, flinken und doppelgriffigen Passagen fesselte das Publikum bereits beim ersten Stück bis zum Schluss.
Dann gesellte sich ihre jüngere, Cello spielende Schwester Maria Lechner zu ihr, und die Klänge faszinierten bei „Castillo interior“ auf ganz andere Weise. Denn der 1946 geborene Peteris Vasks stellte sich gegen den Zeitgeist, verließ nie die Tonalität, verwendete Harmonie, suchte das Extreme der Moderne auf andere Weise als die meisten seiner Zeitgenossen: Zwei möglicherweise die „innere Burg“ darstellende, rhythmisch sehr expressive Mittelteile, bei denen beide Streicher, vor allem Theresa Lechner, in der Tonqualität bewusst an die Grenze des Schönen gingen, wurden von sehr harmonischen Klängen aus lange ausgehaltenen und dazu gemeinsam crescendierenden Streichertönen eingerahmt, als sei die Burg von wunderschöner grüner Landschaft umgeben, die sich aus der tiefe geradlinig zu einem Hügel erhebt. Ganz kurz bäumten die Motive der Burg im späteren Verlauf des Stücks noch zweimal auf, jetzt jedoch im zarten Piano, eher als kleine Reminiszenzen an das Vergangene.
Mit der kompletten Cellosuite No. 1 in G-Dur von J. S. Bach, BWV 1007 folgte nun der große Soloauftritt von Maria Lechner. Sehr musikalisch arbeitete sie sinnvolle Aussagen in den von Bach stets mit gleichem Wert versehenen Noten des Préludes heraus, welches zumindest rhythmisch und harmonisch ein Stückweit an dessen berühmtes Klavierpräludium in C-Dur erinnerte. Dies sollte sich in der Allemande ändern, auch das Eilen in der daher sogenannten Courante meisterte die kleinere Schwester trotz größerer und schwerfälligerer Seiten ihres Instrumentes ausgezeichnet. Auf die Sarabande, bei der sich Ohr und Finger wieder etwas entspannen durften, folgte ein sechzehntelreiches Menuett und eine Gigue, bei der Maria ihre flinken Finger noch ein letztes Mal dem Hirschhorner Publikum solistisch präsentierte.
Bei der dann folgenden Suite von Mélanie „Mel“ Bonis (1858-1937) – jetzt mit dem Attribut „orientale“ präzisiert – tritt schließlich die erfahrene Kammermusikerin und Pianistin Michaela Elkenhans dazu und als Klaviertrio verwandeln sie Noten in klingende Emotionen. In jedem Satz (Prélude, Danse d’Almées und Ronde de Nuit) war ein ganz anderer, jeweils exakt kontrastierend erarbeiteter Charakter unter der stets gleich scheinenden, heißen Sonne des Südens bei gelegentlicher Chromatik, kaum übermäßigen Sekunden, jedoch stets überraschenden, temperamentvollen Einwürfen zu vernehmen.

Dementsprechend begeistert war das Publikum, Roland Ziegler zeigte sich „beeindruckt“ und „hin und weg“, würdigte neben Michaela Elkenhans auch die im Verein aktiven Eltern als Förderer ihrer musikalischen Töchter und appellierte sogleich an sie: „Bitte vergesst uns nicht hier im kleinen Hirschhorn, wenn ihr in der großen weiten Welt seid“. Und sicherlich schätzt er die Lage völlig richtig ein, denn das Spiel des Abends zeigte noch einmal mehr, dass hier große Karrieren ausstehen. Als Zugabe erklang doch noch ein langsamer Satz aus „dem Tschaikowski“, der heute eigentlich auf dem Programm stand, die gesamte Aufführung wurde aus künstlerisch-technischen Gründen auf die Karmelabende verschoben. Das anspruchsvolle Konzert wird dann im Kapitelsaal auf dem frisch restaurierten Bechstein-Flügel gespielt. So wurde im Publikum bereits die Vorfreude auf die Karmel-Abende geweckt.

Vorschau: "Wer unter dem Schutz des Höchsten steht" am 8. September
Es ist bereits beliebte Tradition, dass das letzte "AusKlang"-Konzert des Jahres von einem Ensemble rund um Gudrun Habig-Kühn und Wolfram Kühn gestaltet wird. Und dieses letzte Konzert ist immer irgendwie Ausdruck von Spiritualität und auch von Dank für die zurückliegende Saison. „Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß…“, möchte man Rilke zitieren. Denn trotz aller Corona-Auflagen haben die Ausklang-Konzerte in diesem Sommer großen Eindruck gemacht - bei Publikum und Künstlern gleichermaßen.

Am 8. September um 20.44 Uhr wird die Klosterkirche musikalisch wieder ihrer Bestimmung zurückgegeben. Dabei wird eine alte Tradition aufgegriffen, an die sich manche noch aus früheren Hirschhorner Kirchen-Zeiten erinnern: die Schola. Ursprünglich ist die Schola ein Chor, der in der Liturgie den einstimmigen gregorianischen Choral anstimmt – meist a cappella. An diesem Abend wird daraus ein eigenes Arrangement - ergänzt um Flügelhorn und Klavier. Eine Schola bestand früher nur aus Männerstimmen, erst später sangen auch Frauen mit. So auch an diesem Abend: Es singen: Anna Thommes, Charlotte und Iris Münch, Irmtrud Menz, Wolfram Kühn, Michael Schiebel, Dieter Kurz und Albrecht Noll.

Dem Programm zufolge stehen Stimmen und Instrumente nicht im Dialog, sondern wechseln sich ab. Flügelhorn (Dirk Löffler) und Klavier (Gudrun Habig-Kühn) kleiden den Abend in einen stimmungsvollen Grundton, mit besinnlichen und sinnreichen Stücken. Nach all der Zeit voller auferlegter Distanz erscheint Mozarts Lied „Brüder reicht die Hand zum Bunde“ wie eine lang ersehnte Umarmung, eingehüllt in den samtig-warmen Klang von Horn und Klavier. Und auch das Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“, der Text stammt aus 1750, die Melodie wurde erst etwa 70 Jahre später von Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski komponiert, steht im neuen Verständnis für das Miteinander, das wir in Corona-Zeiten besonders brauchen. Dieses Stück ist zudem Teil des großen Zapfenstreiches. Diese Tradition geht auf Friedrich Wilhelm III. zurück, der das Zeremoniell zu Ehren des russischen Zaren um diese Musik ergänzte. Wenn man so will, wird dieses Konzert zum großen Zapfenstreich für die Ausklang-Reihe 2021.

Dazwischen liest Wolfram Kühn ausgewählte Texte, mit denen das Ensemble den Zuhörern Impulse für den Alltag geben will – ganz im Sinne der Ausklang-Konzerte. Es wird ein durch und durch spiritueller Abend, von dem man viel mitnehmen kann.

Auch der letzte Ausklang-Abend steht noch im Zeichen von Corona. Zum letzten Mal werden die Organisatoren die Plätze auf den Bänken der Klosterkirche nummerieren und den angemeldeten Besuchern (Anmelde-Link s. u.) zuweisen. Eine Anmeldung per Mail ist daher dringend empfohlen. Auch dieses Konzert kann online sowohl live verfolgt wie auch im Anschluss noch besucht werden.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

E-Mail-Kontakt: familie.lechner@gmx.net

31.08.21

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