WERBUNG


Volksbank Neckartal

Gelita

Sparkasse Neckartal-Odenwald

www.EBERBACH-CHANNEL.de / OMANO.de
18.05.2022
                   WhatsApp-Kontakt
Das Wetter in: 
EBERBACH
 STARTSEITE  |  VIDEOS  |  TERMINE  |  DISKUSSION  |  ANZEIGENMARKT 

Nachrichten > Kultur und Bildung

Von der historischen Waldbewirtschaftung zum Urwald von morgen


(Fotos: Barbara Gusz)

(bg) Zu einer informativen Wanderung mit Förster Hubert Richter lud das Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreises am gestrigen Samstagvormittag ein. Ziel war der Bannwald “Kleiner Imberg” nördlich von Eberbach.

Die Veranstaltung in der Forstamtsreihe “Frag den Förster” startete mit knapp 20 Gästen bei bestem Frühlingswetter um 10.30 Uhr auf dem Parkplatz “Weißer Sandweg” im Ittertal oberhalb der L 2311. Rund sechs Kilometer lang war der Rundweg, den Hubert Richter an mehreren Stationen mit einer Fülle an Informationen rund um die Themen Wald und Heimatgeschichte anreicherte, und der nach knapp drei Stunden wieder zum Waldparkplatz zurück führte.

Knapp 80 Prozent der Eberbacher Gemarkungsfläche sind Wald, und der habe in den vergangenen Jahrhunderten immer eine bedeutende Rolle für die Stadt gespielt, vor allem als Grundlage für den Lebensunterhalt ihrer Einwohner, so Richter.
Der Förster berichtete über die Entwicklung der Waldbewirtschaftung und über historische Waldnutzungsformen wie den “Hackwald”, dessen Spuren man auch im 1998 auf rund 60 Hektar Fläche vergrößerten Eberbacher Bannwald noch gut sehen kann: Lesesteinhaufen, künstliche Verebnungen und Trockenmauern künden von landwirtschaftlichen Nutzungen im damaligen “Niederwald”, bei dem die Bäume alle 16 Jahre abgehackt, ihre Rinde für das Gerben von Leder und ihr Holz zum Heizen benutzt wurden. Aus den dünnen Haselstangen schnitzten die “Reifschneider” Fassreifen.
Der größte Teil des Eberbacher Walds bestand einst aus “Hackwald”, so auch der jetzige Bannwald: Kein Naturwald, sondern “ein höchst künstlicher Wald”, wie Richter feststellte. Da im Bannwald nun jeglicher menschliche Eingriff verboten ist, soll die Entwicklung hin zum “Urwald von morgen” beobachtet werden.

Hubert Richter zeigte seinen Gästen auch die historischen Verkehrswege zwischen den Gemeinden im unteren Sensbachtal (heute Hessen) und Eberbach in Form von Hohlwegen. Hebstahl und Teile von Unter-Sensbach gehörten nämlich bis 1806 zur Zent Eberbach (gerichtlich und behördlich), und ein großer Teil von Hebstahl sogar bis 1831 kirchlich zu Eberbach bzw. Waldkatzenbach. Die Verstorbenen aus Hebstahl wurden auf dem Eberbacher Friedhof bestattet. Die Särge wurden mühsam über die Hohlwege und durch das “Dürrhebstal” nach Eberbach transportiert.

Auch der Leiter des Kreisforstamts, Manfred Robens, war bei dem Spaziergang dabei, und beide Forstleute konnten zahlreiche Fragen der Teilnehmenden beantworten. Die Teilnahme war kostenlos nach Voranmeldung.

27.03.22

Lesermeinungen

Lesermeinung schreiben

[zurück zur Übersicht]

© 2022 www.EBERBACH-CHANNEL.de / OMANO.de Druckansicht
eMail senden nach oben

[STARTSEITE]    [VIDEOS]    [TERMINE]    [DISKUSSION]    [ANZEIGENMARKT]
©2000-2020 maxxweb.de Internet-Dienstleistungen
[IMPRESSUM] [DATENSCHUTZERKLÄRUNG]


WERBUNG


Werben im EBERBACH-CHANNEL

Rechtsanwälte Dexheimer

Ruettger