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Nachrichten > Politik und Gesellschaft

Vor-Ort-Termin mit SPD-Vertretern auf Schloss Hirschhorn


(Foto: privat)

(bro) (pm) Mit der Verpachtung des Hirschhorner Schlosses wird es in diesem Jahr wohl nichts mehr. Das war der Tenor bei einem kĂŒrzlichen Treffen der beiden SPD-Landtagsabgeordneten, Karin Hartmann (fĂŒr den Kreis Bergstraße) und RĂŒdiger Holschuh (fĂŒr den Odenwaldkreis), mit Verantwortlichen der hessischen Schlösserverwaltung auf der Burg. Begleitet wurden sie vom Vorstandsmitglied des SPD-Ortsvereins, dem Stadtverordneten Thomas Wilken.

Dr. Anja Dötsch von den Staatlichen Schlössern und GĂ€rten Hessen ist fĂŒr die wissenschaftliche und denkmalfachliche Betreuung der GebĂ€ude und baulichen Anlagen verantwortlich. Sie erlĂ€uterte den Parlamentariern zusammen mit Projektleiter Hermann Felleisen den historischen Hintergrund der Umbaumaßnahmen. Die Bedeutung der Burg im Portfolio der Schlösserverwaltung machte deren ebenfalls anwesende Direktorin Kirsten Worms deutlich.

Das Land steckte ein paar Millionen in die Sanierung, sagte diese. Nicht nur das GebÀude, sondern auch die Zufahrt wurden erneuert. Am Hatzfeldbau geht es aktuell noch weiter, denn dort werden die sieben Hotelzimmer auf den neuesten Stand gebracht. Weitere 15 im Marstall atmen noch den Charme vergangener Jahrzehnte und werden vielleicht in den Folgejahren angegangen.

FĂŒr die Hirschhorner Bevölkerung ist natĂŒrlich die Frage interessant, wie es mit der PĂ€chtersuche aussieht. Denn solange das Schloss leer steht, macht sich dies schmerzhaft auch in der Stadt selbst bemerkbar. Es fehlen die Hochzeitsgesellschaften, ÜbernachtungsgĂ€ste und AusflĂŒgler, die ihr Geld in GeschĂ€ftswelt und Gastronomie lassen. Deshalb bedauerte es Wilken sehr, dass wohl in diesem Jahr nicht mehr mit einem Hotel- und Restaurantbetrieb zu rechnen ist.

Felleisen wiederum ist die Begeisterung anzumerken, wenn er ĂŒber die Ergebnisse der Sanierungsmaßnahmen spricht. Etwa ĂŒber den Palas, quasi das frĂŒhere „Wohnzimmer“ der Ritter von Hirschhorn. Der wurde komplett freigelegt, von frĂŒheren TrennwĂ€nden beseitigt und wieder so hergerichtet, als wĂ€ren die frĂŒheren Besitzer gerade ausgezogen. Selbst die alte Farbgebung des Wappenvlieses lĂ€sst sich wieder auf der Wand erkennen. Das soll noch hinter Glas verschwinden.

Der historischste Teil wird nach Fertigstellung fĂŒr die Besucher geöffnet. Sie finden dort Informationen ĂŒbers Schloss und seine Geschichte. Auch will man diverse FundstĂŒcke ausstellen. Von ihm aus geschieht ĂŒber eine Stahltreppe der Aufstieg zum Bergfried. Eine Seitenwand wurde rot getĂŒncht, um den Charakter einer Hauswand zu erreichen.

Ein anderer Schwerpunkt der (Ă€ußeren) Instandsetzungsarbeiten war der Zwingerbereich. Der war fast komplett verfĂŒllt. Da durch den Druck eine starke Rissbildung im Mauerwerk erkennbar war, wurden Massen an Erde und Gestein herausgeschafft. "Mehrere hundert Kubikmeter", verdeutlichte der Projektleiter. Der Zwinger soll in Zukunft fĂŒr FĂŒhrungen zugĂ€nglich gemacht werden.

Ein Balkenfund an der unteren Mauer ermöglichte laut Dötsch die Datierung ins 16. Jahrhundert – und damit den Beleg dafĂŒr, dass es sich noch ums Original handelt. Die Fachfrau wies auf die originalgetreue Restaurierung mit Liebe fĂŒrs Detail hin - Dinge, die man in den 1950er-Jahren vermissen ließ. Ein ums andere Mal konnte man aus ihren Worten heraushören, dass damals ohne RĂŒcksicht auf Verluste vorgegangen wurde.

Da sowieso praktisch alles in die Hand genommen wurde, beseitigte der Bautrupp auch gleich die BausĂŒnden der damaligen Jahre. Dazu zĂ€hlt Felleisen den Kunststoffputz, mit dem die WandflĂ€chen ĂŒberzogen waren. Er wich einem Kalkanstrich, wie er historisch korrekt ist. Oder WĂ€nde und Decken im Restaurant. Hier flog die alte Raufasertapete raus, jetzt glĂ€nzt die alte Stuckdecke in neuer Pracht. Alles angelehnt an frĂŒhere Farbgebungen.

Die Fassadensanierung, der Austausch der alten KlapplĂ€den, die Eindeckung des Dachs mit Biberschwanzziegeln mit Handstrich-OberflĂ€che, wie sie frĂŒher verwendet wurden, oder die Befestigung der Bogensteine an der oberen Mauer: "Es ging im Kern darum, die alte Bausubstanz möglichst detailgenau zu erhalten und zukunftsfĂ€hig zu machen", erklĂ€rte der Projektleiter.

30.03.22

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