15.04.2024

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Gemeinderat will Privateigentümer mehr in die Pflicht nehmen


(Foto: Claudia Richter)

(hr) Weil die Eberbacher Innenstadt bisweilen als “schmuddelig” angesehen wird, sollte der Gemeinderat am Montag, 23. Oktober, eigentlich einem neuen Reinigungskonzept zustimmen. Nach langer Diskussion kam es aber ganz anders.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Reinigung der städtischen Flächen vor allem dadurch zu intensivieren, dass eine elektrische Kehrmaschine für rund 350.000 Euro angeschafft und zusätzliches Reinigungspersonal mit Kosten von jährlich etwa 110.000 Euro beschäftigt wird.
In einer gut einstündigen Diskussion kamen viele im Gremium aber zu der Ansicht, dass der ungepflegte Eindruck in Eberbach gar nicht durch Schmutz auf städtischen Flächen und überquellende Abfalleimer entstehe, sondern vor allem durch die Nachlässigkeit privater Immobilieneigentümer. Insbesondere Bürgermeister Peter Reichert vertrat die Ansicht, dass wucherndes Grün an privaten Häusern, bröckelnde Fassaden und marode Fensterläden der Hauptgrund dafür seien, dass Eberbach in Teilen als ungepflegt erscheine.
Damit stiegen im Rat die Zweifel, ob die beantragten Investitionen von fast 500.000 Euro in die Stadtreinigung überhaupt sinnvoll seien. Reichert schlug daher vor, erst gar nicht darüber abzustimmen und eine neue Beschlussvorlage in die nächste Sitzungsrunde einzubringen. Das wurde mit großer Mehrheit befürwortet.

Hauptamtsleiterin Anke Steck, die auch für das Ordnungsamt zuständig ist, nahm als Meinungsbild mit, dass man verstärkt auf private Hauseigentümer mit Priorität in der Innenstadt zugehen und diese zur Pflege ihrer Anwesen auffordern solle, notfalls auch unter Androhung von Bußgeldern. Das wolle sie in den nächsten Tagen veranlassen.

25.10.23

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