27.02.2024

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Den Tagen mehr Leben geben


Die neuen Hospizbegleitenden, umrahmt von Ausbildungsleiterin Tatjana Hartmann-Odemer (1. v. l.), Hospizdienstkoordinatorin Ulrike Göhrig (2. v. l.) und Ursula Clifford vom Vorstand des Hospizvereins Eberbach-Schönbrunn (ganz r.). (Foto: privat)

(bro) (maw) Die Freude war groß bei den Verantwortlichen des Hospizvereins Eberbach-Schönbrunn und seines Hospizdienstes, aber auch bei allen anderen, die an diesem Samstagabend in die Michaelskirche in Eberbach gekommen waren. Zehn ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und -begleiter konnten in einem feierlichen ökumenischen Gottesdienste offiziell in ihren segensreichen Dienst ausgesandt werden.

Das Datum fĂŒr die Aussendung der neuen Mitarbeitenden im Hospizdienst war dabei gut gewĂ€hlt. Denn am 14. Oktober wird jedes Jahr der „Welthospiztag“ begangen. Was lag da nĂ€her, als auch in Eberbach an diesem besonderen Tag den zehn „Neuen“ fĂŒr ihre Entscheidung zu danken, kĂŒnftig in der Region schwerkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige zu begleiten? Und sie fĂŒr ihren bestimmt nicht immer einfachen Dienst zu segnen.

Von Januar bis Juni hatten die neuen Hospizbegleitenden dazu insgesamt fĂŒnf Ausbildungsblöcke zu absolvieren. Themen der Ausbildung waren Selbsterfahrung, die Aufgaben, Grenzen und eigene Rolle bei der Hospizbegleitung, Wahrnehmung und Kommunikation sowie SpiritualitĂ€t, Glaube und Rituale. Verpflichtend war aber auch ein Praktikum z. B. in einem stationĂ€ren Hospiz. VortrĂ€ge zu den Themen PatientenverfĂŒgung, spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), Grundpflege, „Letzte Hilfe“ und der Besuch bei einem Bestattungsunternehmen rundeten die vielseitige Ausbildung ab.

In seiner Ansprache ging Joachim Szendzielorz, katholischer Diakon und Vorstandsmitglied des Hospizvereins, darauf ein, um was es in der Hospizarbeit eigentlich geht: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ Diese bekannten und oft zitierten Worte gehen auf Cicely Saunders zurĂŒck, der BegrĂŒnderin der modernen Hospizarbeit. Zuvor hatte Markus WĂ€sch, ebenfalls im Vorstand des Hospizvereins, das „Gleichnis vom barmherzigen Samariter“ verlesen und damit die christlichen Grundlagen der Hospizarbeit verdeutlicht.

Nun wurden die neuen Hospizbegleitenden fĂŒr ihren Dienst gesegnet und bekamen dazu ein Handkreuz ĂŒberreicht. Namentlich waren dies: Sabine Fink, Ute GĂ€rtner, Anna Gottloeber, Ursula Haas, Mechthilde Heiduk, Ulrich Meyer, Nikola Pföhler, Franziska Schmitt, Martina Schulz und Annemarie SĂŒs. Anna Gottloeber, die ihren Wohnsitz in Frankreich hat und von dort aus immer zu den Ausbildungsblöcken extra nach Eberbach angereist war, wird ihre TĂ€tigkeit als Hospizbegleiterin in ihrer französischen Heimat ausĂŒben. Sie war an diesem Abend krankheitsbedingt verhindert.

Aus den HĂ€nden von Ulrike Göhrig, der Koordinatorin des Hospizdienstes, und der stellvertretenden Vorsitzenden des Hospizvereins, Ursula Clifford, erhielten die „Neuen“ eine Urkunde fĂŒr ihre abgeschlossene Ausbildung. Dazu noch eine Tasche als eine Art „Starter-Set“, gefĂŒllt mit hilfreichen GegenstĂ€nden wie einem elektrischen Teelicht, einem Lieder- und Segensbuch, PapiertaschentĂŒchern und einer Notfalladressliste. Einen besonderen Dank sprachen Ulrike Göhrig und Ursula Clifford nun auch an Tatjana Hartmann-Odemer aus, die den Ausbildungskurs geleitet hatte.

Mit einfĂŒhlsam vorgetragenen A-capella-StĂŒcken von Thomas Tallis und Felix Mendelssohn Bartholdy hatte das Gesangsensemble „Konsortium Serafim“ der Musikschule Eberbach unter seiner Leiterin Caroline Bauer fĂŒr einen auch musikalisch feierlichen und wĂŒrdigen Rahmen dieses besonderen Gottesdienstes gesorgt. Ebenso Bezirkskantor Andreas Fauß an der Orgel.

Alle Anwesenden wurden noch dazu eingeladen, in der „Galerie ARTgerecht“ den Welthospiztag“ zusammen zu feiern und anschließend dem Auftritt der Frauenformation und Kabarettgruppe „NoNames“ beizuwohnen.

13.11.23

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