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Nachrichten > Kultur und Bildung

Komplette 38. Spielzeit wird in das kommende Jahr verschoben


Eine Szene aus "Artus–Excalibur“ aus der Spielzeit 2019. (Foto: Emilia Horpácsi)

(hr) Auf Schloss Zwingenberg wird es in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie keine sommerlichen Schlossfestspiele geben.

In einer Videokonferenz unter Leitung des 1. Vorsitzenden Landrat Dr. Achim Brötel haben Vorstand, Geschäftsführung und Intendant Rainer Roos dabei nämlich gemeinsam beschlossen, die Spielzeit 2020 abzusagen und das gesamte geplante Programm stattdessen auf 2021 zu verschieben. Die Entscheidung soll einstimmig gefallen sein.

„Für uns steht die Gesundheit der Besucherinnen und Besucher, aber auch unserer Ensemblemitglieder und aller anderen Mitwirkenden vor und hinter der Bühne eindeutig im Vordergrund“, so Dr. Brötel und sein Stellvertreter im Vorsitz, der Zwingenberger Bürgermeister Norman Link. Man habe sich die Entscheidung trotzdem bis zuletzt nicht leicht gemacht. Auch wenn sich die Verschiebung auf 2021 schon seit Wochen abgezeichnet habe, sei es doch richtig gewesen, zunächst die weiteren Festlegungen des Landes abzuwarten. Immerhin sei die aktuelle Spielzeit schon komplett durchgeplant und mit einer Vielzahl vertraglicher Verpflichtungen hinterlegt, die nicht so ohne weiteres zu kündigen seien und die Schlossfestspiele finanziell in erhebliche Bedrängnis bringen könnten. Jetzt sehe man aber doch deutlich klarer und könne deshalb auch auf einer verlässlicheren Basis weiterplanen.

Für Intendant Rainer Roos, der seit 2015 die künstlerische Verantwortung für die Schlossfestspiele trägt, ist klar, dass aufgeschoben nicht aufgehoben bedeutet: „Zwingenberg hat sich in der Kulturszene inzwischen auch überregional einen hervorragenden Namen geschaffen. Deshalb werden wir alles daransetzen, die lange Tradition ab 2021 mit noch mehr Elan und Engagement fortzuführen“. Alle Veranstaltungen sollen dazu einfach um ein Jahr in die neue Spielzeit verschoben werden, die dann vom 16. Juli bis zum 8. August 2021 geplant ist. Auch mit den einzelnen Solisten stehe man dazu schon in vielversprechenden Gesprächen.

Für die beiden ehrenamtlichen Geschäftsführerinnen Ilka Zwieb und Heike Brock ist das gute Verhältnis zu den oft langjährigen Besucherinnen und Besuchern besonders wichtig: „Deshalb bieten wir allen, die im Vorverkauf bereits Karten erworben haben, eine Wahlmöglichkeit an. Selbstverständlich bekommt jeder, der das will, unbürokratisch sein Geld zurück. Es ist genauso aber auch möglich, die Karten in einen Gutschein für die Spielzeit 2021 umzuwandeln oder auf die Rückzahlung des Geldes zu verzichten und den Betrag zur nachhaltigen Zukunftssicherung der Schlossfestspiele zu spenden. Dafür stellen wir dann gerne auch eine Spendenbescheinigung aus“. Alle Besucherinnen und Besucher könnten sich wegen der konkreten Abwicklung ab sofort auf der Homepage (Link s.u.) informieren oder per Email direkt an die Geschäftsstelle der Schlossfestspiele wenden.

Da die Schlossfestspiele Zwingenberg nach wie vor deutlich mehr als 50 Prozent ihres Gesamtetats von rund 400.000 Euro über den Verkauf von Eintrittskarten erwirtschaften müssten, treffe die komplette Absage der Spielzeit 2020 den Trägerverein in finanzieller Hinsicht hart. Man habe so gut wie keine Einnahmen mehr, umgekehrt aber eine Vielzahl vertraglicher Verpflichtungen, die gleichwohl bedient werden müssten. Das könne die Festspiele im Extremfall sogar in eine existenzbedrohende Lage bringen, zumal man ergänzend dazu auch noch Gefahr laufe, dass gerade im ehrenamtlichen Bereich Strukturen wegbrächen, die man nachher nicht mehr so ohne Weiteres wieder aufbauen könne.

„Ohne Festspiele geht es aber nicht“. In dieser Bewertung sind sich alle Verantwortlichen einig und wollen deshalb alles tun, damit der Fortbestand dieser traditionsreichen Veranstaltung auch in Zukunft gesichert ist.

E-Mail-Kontakt: info@schlossfestspiele-zwingenberg.de

Infos im Internet:
www.schlossfestspiele-zwingenberg.de


22.05.20

Lesermeinungen

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Von Opernfreund (23.05.20):
Die jüngste Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg, gültig ab dem 18. Mai 2020, legt fest:
„(1) Der Betrieb folgender Einrichtungen wird bis zum 5. Juni 2020 für den Publikumsverkehr untersagt:
1. Kultureinrichtungen jeglicher Art, insbesondere Theater, Schauspielhäuser, Freilichttheater“
Die Festspiele könnten „Stand heute“ also stattfinden, doch dies war gewiss nicht die letzte Corona-Verordnung aus Stuttgart. Darum ist die Absage der Festspiele zwar traurig, aber mit Sicherheit der Situation angemessen.


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