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Nachrichten > Politik und Gesellschaft

Stadt muss bei Finanzierung einen Zahn zulegen

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(Foto: Thomas Wilken)

(tom) In die Sporthallen-Sanierung kommt Bewegung rein. Längere Zeit dümpelte das bereits von der früheren Gemeinde Sensbachtal angestoßene Projekte nach der Oberzent-Fusion vor sich hin, sodass es im Tal der Liebe bereits grummelte. Jetzt stellte Bürgermeister Christian Kehrer im Bau- und Umweltausschuss den aktuellen, wieder teurer gewordenen Stand der Planung vor. Gleichzeitig bat er um Aufhebung des Sperrvermerks, was das Gremium der demnächst tagenden Stadtverordneten-Versammlung einstimmig empfahl.

Kehrer warb um Verständnis dafür, dass etwas Zeit ins Land ging. Denn das Bauamt sei ziemlich dünn besetzt. Zudem gab es einige ältere Maßnahmen, die zuerst abgearbeitet wurden. Wie es aber so ist, wenn man nicht gleich anfängt: Die Baukosten gehen durch die Decke. Dazu kam, erläuterte der Bürgermeister, dass auf die ursprünglichen Planungen immer noch eine Schippe draufgelegt wurde.

In der 1968 erbauten Halle herrscht einiger Sanierungsstau. Bereits 2017 stand eine Förderung in Höhe von 145.000 Euro aus dem kommunalen Investitionsprogramm KIP an. Hier ging es um die energetische Sanierung durch Austausch der Glasbausteine, Erneuerung der Sanitäranlagen und Einbau von wassersparenden Armaturen.

Ende 2017 entschied die Gemeindevertretung Sensbachtal dann, die Halle komplett in die Hand zu nehmen und in allen Belangen auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Denn auch Heizungs- und Elektroanlage sind sanierungsbedürftig. Isolierung von Giebel- und Außenwänden sowie des Hallenbodens lauteten weitere Punkte, die den Gesamtbetrag auf (damals) 577.000 Euro anwachsen ließen. Ein Neubau wäre noch viel teurer, hieß es.

Parallel dazu tat sich die Möglichkeit einer Förderung über das „Hessenkasse“-Programm mit knapp 250.000 Euro auf. Sportland Hessen steuert weitere 50.000 Euro zu. Allerdings wollten die Ausgaben da auch nicht zurückstehen. Die Kosten wuchsen - sowohl durch steigende Baupreise als auch durch weitere Wünsche - auf inzwischen knapp 940.000 Euro an.

Kehrer betonte die sehr wichtige Funktion der Sporthalle als „zentraler Treffpunkt im Sensbachtal“. Sie wird von vielen Vereinen und Gruppen sowie von der Schule genutzt. „Es gibt eine sehr gute Belegung“, sagte er, weswegen die Sanierung Priorität hat. Kristina Tiefenbacher vom Bauamt stellte im Anschluss die von ihr über- und bearbeiteten Pläne vor.

Der Fensteraustausch soll bereits im August vor sich gehen, erläuterte sie einen Vorgriff auf die weiteren, umfassenden Arbeiten. Dann soll erst einmal Pause bis nach Fasching. Auf jeden Fall, betonten sie und Kehrer, muss der Sperrvermerk runter, damit die Verwaltung nun in die Vollen gehen kann. Denn die KIP-Mittel stehen nur noch kommendes Jahr zur Verfügung.

Von den Mandatsträgern wurde der Fortschritt positiv aufgenommen. Es mischten sich aber auch kritische Stimmen darunter, dass erst jetzt die Infos kommen, wo der Ortsbeirat und teilweise Vereinsvertreter früher Bescheid wussten. „Der Sperrvermerk trug dazu bei, dass wir endlich was in der Hand haben“, meinte Thomas Ihrig (SPD). Hinterfragt wurden nicht nur von ihm zusätzliche Maßnahmen wie das Isolierpaket und Mitte 2019 aufgekommene und -genommene Wünsche aus dem Ort.

Thomas Mergenthaler (ÜWO) sprach sich dafür aus, auch die Isolierung der Halle anzugehen. Tiefenbacher wies darauf hin, dass dies im Vorfeld abgeklärt werden muss, weil es auch Einfluss auf die Dimensionierung der Heizanlage hat. Wenn auch „das Projekt stark von der ursprünglichen Planung abweicht“, sprach sich Walter Gerbig (CDU) ebenso wie Ausschuss-Vorsitzende Katharina Riesinger (ÜWO) und Thomas Väth (Grüne) für Nägel mit Köpfen aus.

Die sehen jetzt so aus, dass die Bausumme auf 950.000 Euro gedeckelt werden soll, wovon die Stadt maximal 475.000 Euro übernimmt. Diese Gelder muss sie noch zum Großteil in den kommenden Haushalt einstellen. Gleichzeitig soll die Verwaltung schauen, ob noch irgendwo Fördermittel zu akquirieren sind oder sich von anderen Maßnahmen umschichten lassen.

13.07.20

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